Mann muss abschließen lernen!
April 20, 2009
Lange hab ich überleg, wie ich am besten mit Malta abschließe.
Da irgendwie kein theatralischerer Abschluss als der folgende momentan käuflich zu erwerben ist, veranschiede ich mich bei Euch und zieh meinen Hut vor Euch und vor mir selbst.
Die vier Monate in Malta war ein sehr prägender, intensiver, interessanter und internationaler Abschnitt meines Lebens
Man hatte Zeit nachzudenken, Zeit sich selber kennenzulernen, Zeit zu wachsen!
So denn, liebes Malta,
ich war zwar mit der Gesamtsituation mehr als zufrieden,
doch hab ich eine neue alte Liebe wiedergetroffen!
Sie heißt Deutschland, mit Vornamen Bundesrepublik.
Wir standen uns seit jeher sehr nahe, und haben endlich verstanden,
dass wir zusammengehören.
Malta es ist schön mit Dir, Du bist ganz toll, mal was anderes,
aber es reicht leider nicht aus!
Ich muss leider an dieser Stelle die Beziehung beenden.
Ich wünsche Dir noch ein langes, glückliches, gesundes Leben!
Ich hoffe, wir bleiben weiterhin Freunde und
ich kann in Zukunft immer noch auf Dir landen!
Dein Tobias
Man bin ich langweilnietzsche geworden!
Dezember 29, 2008
Man bin ich langweilnietzsche geworden! Im Grunde verbringe ich inzwischen die meiste Zeit damit, die restlichen Tage zu vertrödeln. Mir reichts! Die Insel ist klein und daher an Möglichkeiten begrenzt. Wahrscheinlich befinde ich mich inzwischen in einer Abschiedsphase. Zumindest hat sich die Vorfreude und das Heimweh dermaßen intensiviert, dass mich vor Ort nicht mehr viel begeistern kann. Im Gegenteil! Ich habe das Gefühl, dass meine Anwohner noch mehr rumschreien, die benachbarten Kirchenglocken im Minutentakt Glockensalven auf den in Küstennähe gelegenen Amtssitz König L. Attas abfeuern und die Friedenstauben an Ihren Flügelschrauben gedreht haben, damit sie mir bei Ihrer täglichen Invasion auf die benachbarte Brotkrumenspende mit einem Höllengeflatter den Genuss meines morgendlichen Instantkaffees der Marke Comfort vermiesen können. Ich mag Tauben, aber bitte nicht zum Frühstück! Niemand mag mich!!
Einzige Abwechslung in meinem tristen Alltag ist der Gang zur Arbeit. Dort tobe ich mich im Moment mehr denn ja aus. Ich versuche der routinemäßigen Tristess ein Schnippchen zu schlagen indem ich mich vermehrt einmische und ungefragt konstruktiv mitarbeite, sowie neuerdings meinem altersschwachen Oberboss bei seiner Arbeit über die Schulter blicke. Nebenher lerne ich unseren Neuzugang in Sachen Routinepillepalle an, damit er mein und Yvonnes Erbe nach der ultimativen Rückkehr gebührend weiterführen wird.
Der Neue heißt Igor, Serbe meines Alters, bleibt drei Monate, hat seine Freundin, eine doch recht hübsche Malteserin, im Internet kennengelernt, darf aber leider nicht mit mir nach Paceville, weil Freundin das nicht will. Recht hat sie!
Bei den vielen Miniröcken!
Ich werd trotzdem und erst Recht endlich mal wieder meine Fühler Richtung Paceville ausstrecken. Immerhin ist am Mittwoch Silvester und lang erwartet mal ne Party nach meinem Gusto: Reggae, Dancehall, Minimal, Elektro und Drum’n’Bass! Let’s roll!
Bis vor kurzem war noch die Milonga zum Jahreswechsel angedacht, jedoch fällt die aus Mangel an Interesse flach. Da Johannes, mein Mentor und Freund aus Berlin kurz vor Abflug an einer bösen Grippe erkrankt ist, ich Ihm an dieser Stelle erneut gute Besserung wünsche, werde ich dieses Jahr nicht im gewohnt und lieb gewonnen Stil den Start in das neue Jahr ruhig verbringen, sondern mich unters Partyvolk mischen um das Tanzbein zu schwingen.
Ach ja, meine Bruder und meine Schwägerin waren ja auch zu Besuch. Wir hatten viel Spaß miteinander, sowie das eine oder andere tiefgründige Gespräch über Gott und die Welt. Mir ham die gemeinsame Zeit sehr genossen und sind weiter zusammengewachsen!
Eine zusammenfassende Zusammenfassung darüber präsentiere ich Euch, liebe Ladys und Gentlemen, in der nachfolgenden Peepshow.

Besondere Grüße gehen an meine Homies und de facto Exil-Landkreis Altöttinger:
- Wooba the Ol’ Dirty Clapton
- Hamburgs Feinster Flexus straight from da Fischervorstadt
- Black Milan G-Rise To-The-Top ASH-Truth (links im Bilde)
- Eder-die-Feder Sun of da Bürgermasta NumbaOne
- the One and Only Klaus Kerschbaumer Su aka der Goldene Reiter
May the Force be with U!
Ich wünsche Euch allen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr, auf dass Ihr glücklich und gesund zu Rauchen aufhört, sowie all das erreicht, was Ihr Euch Zweitausendneun vor den Wagen spannt!
Euer Tobias aus Malle!
Zwei Japaner und ein Hallelujah
November 7, 2008
Nebenan freut sich der nachbarliche Familienverbund über den eben erfolgten Rückstand des Inter Mailands und Del Piero hat’s verbockt oder aber auch nicht. Keine Ahnung! Mein Fussballwissen ist begrenzt, meine Technik perfekt! Ich weiß, wie ein Abseits funktioniert, dass der Ball rund ist, dass das Runde ins Eckige muss und dass man foulen darf, wenn der Schiri gerade anderweitig beschäftigt ist. Ob der Piero nun die Formel 1 gewinnt oder nicht ist mir Schnuppe, Puppe!
Und da wir nun zufälligerweise beim Thema Sport gelandet sind, fahre ich nun via Japan Richtung Kendo:
Gestern erneut aufgrund des Malta Film Festivals im St. James Cavalliers-Kino gewesen und den Anime Vexille gekuckt. Futuristischer Japan-Science-Fiction mit Tiefgang und authentischer HighDef-Grafik! Sehenswert! Japanisch mit englischem Untertitel!
Anschließend einen kleinen Abstecher auf das diese Woche stattfindende Malta Youth Festival genehmigt und über die Kendo-Jungs gestaunt. Kendo ist eine alte Japanische Kampfkunst bei der man sich mit Bambusstöcken bewaffnet die Köpfe einschlägt.
Faszinierend! Und zwar dermaßen, dass ich kommenden Samstag bei einem Probetraining mitmachen werde und wenn’s taugt, dann bekomm ich zweimal in der Woche Bambus zu futtern. Aber im ernst, die Montur, besonders der Helm, die Ruhe vor dem Sturm und anschließend der Schrei des „Ki-ais“ während das Schwert blitzschnell auf Kopf, Brust oder Bauch des Gegners niedersaust sind genau mein Ding. Ich bin nämlich in Wirklichkeit Samurai … und Koch … und Tänzer … und Hanswurst … Metzger … Richter … Innenarchitekt … Entdecker … Nervensäge … Liebhaber … Freund … Sohn … Bruder … Künstler … Akademiker … Trunkenbold … und offen für viele unbesetzte Rollen im gesellschaftlichen Rampenlicht.
Alles in allem, bin ich
….ICH
Mezzanin, Mord und Totschlag und der Tango Argentino
Oktober 20, 2008
Jetzt ist genau 23.23h, an einem leicht unterkühlten Sonntag in Valletta, der Hauptstadt Maltas. Mein Bäuchlein ist bedient mit Lampuki und frischem Salat, Feta-Käse, goldenen Rosinen und kaltem Assam-Tee. Im Hintergrund läuft orientalisch-elektronische Musik von Mercan Dede’s Album Secret Tribe NAR und ich bin endlich in der Stimmung, die letzten Tage revuepassieren zu lassen.
Ich fange am besten mit dem vergangenen Mittwoch an, mit einer kleinen Bildergeschichte meiner neuen Wohnung. (Nein, ich bin nicht schon wieder umgezogen, sondern habe mich beim vorhergegangenen Eintrag in der Hausnummer geirrt.) Macht nix, die Endgültige war und bleibt meine erste Wahl. Nicht nur dass ich in dieser Wohnung den einen oder anderen Blick aufs Meer erhaschen kann, nein, ich bin im Besitz des weltgrößten Weckers. Es ist ein christlicher Wecker, wie fast alles auf dieser schönen Insel und hört auf den Namen Sanctuary Basilica of Our Lady of Mount Carmel. Er, der Wecker bzw. sie, die Basilika ist bereits über 500 Jahre alt, funktioniert allerdings immer noch wie eine Schweizer Quarzuhr und weckt mich Tag für Tag um 7h.

Rechts die SBoALoMC, die Straße davor ist die Old Mint Street und dort rechts abgebogen führt sie in 100 Metern zur Mezzanin mit der Hausnummer 56E.

Die Dritte der drei Türen und der grüne Erker darüber bezeichnen mein deutsches Reich. (Mit Verlaub, als Kosmopolit darf man sich derartige Wortspiele erlauben.) Und am Ende der Straße beginnt das Meer, welches dem Lampuki genügend Raum bieten sollte, sich vor mit zu verstecken.
Und dann war es auch schon Donnerstag. Und für diesen und die nächsten Tage bin ich einer meiner Leidenschaften nachgegangen und habe einen viertägigen Tango Argentino – Workshop bei Eric Jeurissen aus Holland gebucht. Jeden Tag knapp zwei Stunden Tangounterricht, viele neue Bekanntschaften gemacht, Tango-Ego massiert und viel dazugelernt. Nun habe ich abseits von AustauschstudentInnen in Touristen-Ghettos in meiner Freizeit Anschluss bei den überaus freundlichen maltesische Mitmenschen gefunden und bin sehr motiviert in Bezug auf meine weiteren Missetaten. Denn nicht nur dass ich jetzt jeden Donnerstag meine verehrten Tangitas und Tangueros auf der Milonga treffe, ich hab nun eine Tanzpartnerin mit der ich mich jeden Dienstag für eine Stunde zum Tango Argentino üben treffen werde. Die charmante Person heißt Yvette, ist ihres Zeichens professionelle Flamenco-Tänzerin und Schauspiellehrerin für Drama und in meinem Augen sehr begabt, da es mir mit Ihren dreimonatigen Tango Argentino – Erfahrungen wahnsinnig viel Freude bereitet zusammen das Tanzbein zu schwingen.
Gestern war eine Milonga in der Lounge im Edelhotel des Le Meridien in St. Julians angesagt, wo ich bis spät in die Nacht dem Tango Argentino frönen durfte. (Kostenpunkt bei null Eintritt und 7,80EUR für zwei Kinnies (bittere Orangen-Kräuterlimonade, sozusagen Maltas Nationalgetränk, und ein HopLeaf (Bier) für eine 4-Sterne-Lokation, wunderschönen Frauen in Abendkleidern und dieser wunderbaren Aussicht auf St. Julians und das Meer).
Und schon sind wir beim heutigen Tag angekommen, wo ich als besonderen Höhepunkt bei der Hinrichtung einiger aufmüpfiger Malteser zuschauen durfte. Nebenbei wurde noch viel geschossen, gesungen und getötet. Das als zum Vorzugspreis von 2,33EUR für ISIC-Studenten.
Viel mehr möchte ich nun nicht mehr dazu sagen, da ich müde bin, es jetzt 00.30h ist, ich morgen Früh um 7h geweckt werde um frischen Tintenfisch auf dem hiesigen Fischmarkt zu kaufen.
Ich schick Euch allen liebe Grüße nach Deutschland und sonstwohin und wünsche noch viel Spaß mit den selbstgedrehten Actionfilmen und Beweisfotos.
Euer Tobias
Keine Begeisterung sollte größer sein als die nüchterne Leidenschaft zur praktischen Vernunft. Helmut Schmidt
Oktober 14, 2008
Heute bin ich mal müde und führe mir daher den hochverehrten Karl Valentin zu Gemüte!
Kurz und bündig! zum Thema BlaBla
Am besten 2x hören!
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Frühmorgens über den Dächern von Malta trällert Pavarotti, Bocelli oder die Callas Franz Schuberts Ave Maria.











