Ist da wer?
November 23, 2008
Ja, die Leute von der katHo Paderborn!!!
Und wer oder was danach kommt, können wir tatsächlich hoffen!
Mal aus der Reihe! Was denkt Ihr dabei?
November 22, 2008
Hab ne Entdeckung gemacht!
Wer kennt die Dame? Was denkt Ihr und noch besser, was fühlt Ihr, wenn Ihr sie betrachtet und singen hört?
Kinobesuch „Maybe Sweden“
November 22, 2008
Gestern hatte ich noch das vergnügen kostenlos ins Kino zu gehen. Das St. James Cavallier ist ein in einer ehemaligen Festungsanlage untergebrachtes und von der Europäischen Union gefördertes Arthouse-Kino, Gallerie, Kaffee und bietet Räumlichkeiten für diverse Events und Tätigeiten abseits vom kommerziellen Mainstream.
Im Rahmen des Europäischen Jahr des interkukturellen Dialogs, das in diesem Jahr stattfindet, werden im St. James Cavallier Filme gezeigt, die sich mit dem Thema Migration auseinandersetzen.
Der gestrige Film hieß „Maybe Sweden“ und handelt von einer Gruppe junger Schweden, die sich auf einen Leseurlaub in eine Villa in der Toskana zurückziehen und sich und die Zuschauer zu einer Auseinandersetzung mit dem „Fremdem“ in Gestalt einiger Bootsflüchtlinge aus Ghana einladen.
Der Film wird in Deutschland 2009 auf dem Internationalen Frauenfilmfestival Dortmund und Köln erstaufgeführt und würde sich meines Erachtens hervorragend für eine Diskussionseinheit in einem Politik oder Studienprojekt II – Seminar eignen.
Bis bald, ich geh jetzt ins Kino, wieder für lau!
Tobias
From Sensation to Salvation and in-between a bunch of Frustration
November 22, 2008
Lange hat es gedauert bis ich den Stift wieder in die Hand genommen bzw. den Silversurfer (so heißt der von mir benannte, latta’sche Familienlaptop) zwischen den Schenkeln parken konnte! Schuld daran waren weder das fehlende Blei in meinem Bleistift noch Ex-Präsident Bush, sondern ehrlich gesagt Me, Myself and I!
Wie man aus meinen ersten Einträgen herauslesen konnte, war ich zu anfangs sehr begeistert von dieser Insel. Ich genoss mein Leben, unternahm verhältnismäßig viel und war auf Entdeckungstour. Die Praktikumsstelle war nicht wie erhofft, doch der Entdeckerdrang und die sensationellen Expeditionen halfen mir dabei, darüber hinweg zu schauen. Doch Verdrängung ist wie bekannt keine Dauerlösung. Auch wenn es zunächst nebensächlich erscheint, schmort und rumort es unter der Oberfläche, man unternimmt noch mehr, verliert auch den Gefallen an den neuen Dingen und kaum hat man sich versehen, hängt man zwischen den Seilen und weiß gar nicht so recht was geschieht.
Und heute Morgen, nach knapp zwei Wochen ansteigender Frustration, wurde mir mit einem Schlag bewusst, was mich eigentlich so sehr belastet: Meine Vorstellungen und Einstellungen gegenüber dem Praktikum hier in Malta.
Zum Einen, wurde mir laut meinem Praktikumsvertrag zugesichert, dass ich Supervision erhalten werde. Diese sollte in der Malta Emigrants‘ Commission als auch im Balzar Open Centre passieren. Doch ehrlich gesagt, benötigt man Supervision in puncto Akten ordnen, Formulare beschriften und Türen verschließen? Was möchte uns unser Seelsorger und Vorgesetzter für neue Impulse geben, wenn wir beispielsweise die Akte im obersten Fach des Regal nicht mit den Händen erreichen können, die Formulare ausgegangen sind oder der Kugelschreiber gekleckst hat? Wie würde ein diplomierter Sozialarbeiter derartige Problemstellungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse bewälltigen. Chronologisch, alphabetisch?
Wo sind die versprochenen SozialarbeiterInnen, die mir in meinem ersten längeren Arbeitseinsatz kurz vor Ende des Studiums praktische Starthilfe geben? Diese vertraglich zugesicherten, diplomierten SozialarbeiterInnen, denen ich anfangs solange bei ihrer Arbeit über die Schultern blicken kann, bis ich mich fit genug empfinde, mein eigenes Projekt in diesem mir kulturell und strukturell fernen Land durchzuführen?
Und zum Anderen die Einrichtung , die, wenn man deutschere Verhältnisse verinnerlicht und schätzen gelernt hat, an allen Ecken und Enden selbst nach umfangreicher Supervision schreit. Das betrifft den Umgang der Angestellten untereinander, gegenüber den Klienten und die nicht durchdachten oder schlecht koordinierten Arbeitsabläufen. Und wenn dann mal aufgrund eines Zahlendrehers, der seinen biblischen Ursprung in der altersbedingten Sehschwäche des Sachbearbeiters hat, Existenzen betroffen sind, möchte man laut aufschreien, kann sich jedoch lediglich ins eigene Fäustchen ärgern oder in Bester-Läster-Manier unter Leidensgenossen etwas Luft verschaffen. Konstruktiv hin oder her – helfen tut’s! Ändern kann man eh nix!
Aber hallo, hat da etwa die Resignation Überhand genommen?
Nix da, ändern kann man viel, aber nicht in dieser kurzen Zeit, in meiner Stellung, bei derart festgefahrenen Strukturen, sowie einem 82jährigen Oberboss, der bei jedem Ansatz von konstruktiver Kritik seine cholerische Seite zeigt und mittels Schlag auf den Tisch signalisiert, dass er hier die Ideen schmiedet, dass er hier denkt!
Dies zu akzeptieren hat mich einiges an Energie gekostet.
Nun brau ich einfach mein eigenes Süppchen, mit den Zutaten die ich für richtig empfinde. Ob’s Ergebnis stimmt, sei vorerst dahin gestellt. Das Werkzeug, die Mittel dazu habe ich nicht zuletzt in meinem Studium erworben, die Überzeugung und Gelassenheit ist nun auch zurückgekehrt, so dass ich kaum mehr Zweifel daran habe, mein Ding bzw. mein Studienprojekt mit Erfolg zu meistern.
Und einen kleinen Einblick auf was sonst noch anfiel, bekommt Ihr hier:

Mein Nachbar benimmt sich irgendwie merkwürdig. Nicht nur dass er sich nicht mehr rasiert, er pinkelt mir auch neuerdings an die Haustür.

Nene, nicht mit mir, mein Lieber! Hab Dich schon längst durchschaut! Hundeblick, aber faustdick hinter den Ohren!
Das gute Leben
November 10, 2008
Arbeitstechnisch hält sich die Begeisterung seit jeher Grenzen, privat ist auch inzwischen Ernüchterung eingetreten. Jedoch ist mir einiges bewusst geworden: Ich vermisse meine Heimat Deutschland, die Verlässlichkeit, die Professionalität, den Fortschritt und meine Freunde und Familie. Ich bin eben ein Deutscher. Was ich mir ausgedacht hatte mit Berufseinsteigerprogramm bei Malteser International, humanitärer Hilfe und UNHCR hört sich alles wahnsinnig toll an, aber es ist alles nicht ich. Ich bevorzuge eine gewisse Ordnung, Verlässlichkeit und ein hohes Maß an Professionalität, ganz zu schweigen von einem gewissen Grad an Luxus und kultureller Vielfalt.
Allein aufgrund dieser Erkenntnis hat sich das Auslandspraktikum schon jetzt gelohnt.
Vor einigen Tagen hatte ich Textpassagen aus dem im Seminar „Glück in der Sozialen Arbeit“ von Herrn Prof. Blomberg vorgeschlagenen Buch „Glückssache – Die Kunst gut zu leben“ gelesen. Darin stand geschrieben, wie wichtig es ist, Vorstellungen vom eigenen gelungenen Leben zu haben, der sich unter anderem aus einem Lebensplan mit Nah- und Fernzielen zusammensetzt. Meine Pläne waren schon seit jeher sehr konkret. So konkret, dass ich sie von Zeit zu Zeit umwälzen musste. Hätte ich mir in der Vergangenheit noch Träumerei unterstellt und unterstellen lassen, ist das nach dieser Erkenntnis nicht mehr so leicht möglich.
Denn erstens, sind Träume unser Motor, der uns jeden Morgen wieder aus dem warmen Schoß der heimischen Federbettchen steigen lässt. Zweitens, sind Träume, sofern sie realistisch und somit für uns erreichbar bleiben, gleichzeitig Lebenspläne. Es ist meines Erachtens der beste Weg, konkreteste Lebenspläne zu haben und diese lieber mehrfach zu revidieren, anstelle das Leben lang, so in den Tag hineinzuleben und nur für den Moment zu leben. Man sollte dabei jedoch beachten, dass die Verweigerung vor umfassenden Lebenspläne bereits ein Lebensplan ist, der in alle Bereiche eines Daseins einwirkt und somit umfassend ist.
Gewiss, genieße denn Moment! Du lebst hier und jetzt!
Das ist jedoch alles bereits Bestandteil in einem durchdachten Lebenskonzept vom guten Leben. Und ich bin dermaßen fähig, das hier und jetzt zu genießen!! Zum Beispiel, wenn ich mich samstagmorgens um 6 Uhr mit Mütze und Schal bewaffnet auf den Weg in die Frühsauna mache und alles nach Neuanfang riecht, man die Vögel zu Wort kommen lässt und der Morgentau den ersten Sonnenstrahlen die verdienten Ehren zukommen lässt, dann ist dies Lebensgenuss pur und mein ganzes Sein wird durchdrungen vom Glück. Manchmal reicht auch ein gutes Stück Käse………!
Mein Praktikum hätte mir gewiss nicht die Erleuchtung gebracht, wenn ich nicht vorher schon Ziele definiert hätte. Auf diesem Weg konnte ich herausfinden, ob diese Ziele überhaupt zu meinem Weg passen. Und das tun sie eben nicht. Null Problemo! Ich habe ja Alternativen im Überschuss!
Nachdem auf der letzten Milonga im LeMeridien, die Chefin eines Ballettensembles auf mich aufmerksam wurde und meine Art zu tanzen so bezaubernd fand, werde ich nach meinem Bachelor-Abschluss Balletttänzer.
Hihi!
Nein, nein, das werde ich nicht! Tanzen ist mein Hobby! Die Freude daran und die Leichtigkeit darin will ich noch lange erhalten!
Meine Alternative wohnt in der Nordschweiz. Wo ich 2010 in der Nähe von Basel an der FHNW den Master in „Sozialer Innovation“ machen möchte. Zwischendrin noch ein Jahr in Berlin mit Praktikum im Sozialen Dienst der Charité (Zusage habe ich bereits) und Nebenerwerbstätigkeit als evtl. Nachtwache, Honorarkraft oder Schornsteinfeger. Vielleicht finde ich auch eine reiches Fräulein, das mich zeitweise mit Nährstoffen und Energie versorgt. Das wird sich allerdings erst zeigen, aber ist nicht notwendiger Bestandteil meiner Lebensplanung.
Zwei Japaner und ein Hallelujah
November 7, 2008
Nebenan freut sich der nachbarliche Familienverbund über den eben erfolgten Rückstand des Inter Mailands und Del Piero hat’s verbockt oder aber auch nicht. Keine Ahnung! Mein Fussballwissen ist begrenzt, meine Technik perfekt! Ich weiß, wie ein Abseits funktioniert, dass der Ball rund ist, dass das Runde ins Eckige muss und dass man foulen darf, wenn der Schiri gerade anderweitig beschäftigt ist. Ob der Piero nun die Formel 1 gewinnt oder nicht ist mir Schnuppe, Puppe!
Und da wir nun zufälligerweise beim Thema Sport gelandet sind, fahre ich nun via Japan Richtung Kendo:
Gestern erneut aufgrund des Malta Film Festivals im St. James Cavalliers-Kino gewesen und den Anime Vexille gekuckt. Futuristischer Japan-Science-Fiction mit Tiefgang und authentischer HighDef-Grafik! Sehenswert! Japanisch mit englischem Untertitel!
Anschließend einen kleinen Abstecher auf das diese Woche stattfindende Malta Youth Festival genehmigt und über die Kendo-Jungs gestaunt. Kendo ist eine alte Japanische Kampfkunst bei der man sich mit Bambusstöcken bewaffnet die Köpfe einschlägt.
Faszinierend! Und zwar dermaßen, dass ich kommenden Samstag bei einem Probetraining mitmachen werde und wenn’s taugt, dann bekomm ich zweimal in der Woche Bambus zu futtern. Aber im ernst, die Montur, besonders der Helm, die Ruhe vor dem Sturm und anschließend der Schrei des „Ki-ais“ während das Schwert blitzschnell auf Kopf, Brust oder Bauch des Gegners niedersaust sind genau mein Ding. Ich bin nämlich in Wirklichkeit Samurai … und Koch … und Tänzer … und Hanswurst … Metzger … Richter … Innenarchitekt … Entdecker … Nervensäge … Liebhaber … Freund … Sohn … Bruder … Künstler … Akademiker … Trunkenbold … und offen für viele unbesetzte Rollen im gesellschaftlichen Rampenlicht.
Alles in allem, bin ich
….ICH
Ein Hoch auf unsern Busfahrer!
November 3, 2008
Na das war mal eine mehr oder weniger spannende Woche.
Aus meinem Treffen mit Joe Caldona, dem Sozialarbeiter vom Balzar Open Centre, ist nichts geworden.
Denn entweder ist die Kommunikation zwischen Busfahrer und mir mal ganz daneben gegangen oder ich bin Opfer der scheinbar nicht ganz so seltenen Busfahrer’schen Touristenphobie geworden, welche in einer handfesten Verarsche enden sollte. Zugegeben, ich persönlich konnte bisher nicht über die Busfahrer klagen, daher plädiere ich auf unschuldig. Es steht jedoch wohl in annähernd jedem Reiseführer der etwas auf sich hält, hört was von anderen Leuten oder liest, wie meiner einer einen Leserkommentar einer „Langezeitinmaltalebenden“, die die unmöglichen Zustände von Bussen und Personal anprangert.
Und wie verhält sich dann der Ottonormalheini und die Ottonormalhenriette? Man sucht nach Bestätigung des vermeindlichen Vorwissens. Kognitive Dissonanz nennt man das meines Wissens! (An dieser Stelle, herzlichen Dank, Herr Prof. Lenz!) Und das passiert uns alle Tage! Wir hören von Jemandem von Jemandem von Jemandem oder halten an einem ersten (schlechten) Eindruck fest, bilden uns auf die Schnelle Thesen über dessen Charakter, haben ein passendes Bild zu Recht gekleistert, laufen anschließend mit roten, grünen, blauen oder rosa und je nach Erziehung, Bildung, (Genen), Sozialisation unterschiedlich dicken Brillengläsern herum, und nehmen uns und der Person die Chance die eigenen Wahrheiten zu erkennen.
Ja, die Busse sind alt, heruntergekommen, rostig, eng und holprig! Aber sie haben Ausstrahlung, sind gelb und die Einzelfahrt kostet 47 Cent! Einziger großer Nachteil: Alte Motoren schlucken ordentlich flüssiges Gold und das schadet, wie bereits hinreichend bekannt, der Umwelt! Und die Busfahrer? Sie sind männlich, alt und jung, mit Glatze, grauen Haaren, Schmalzlocken, Tattoos, Goldketten, gläubige Katholiken und Busfahrer. Der eine so, der andere so, jeder tut seinen Job. Und da Arbeit in vielen Fällen nicht mit einem Lächeln von den Lippen geht, ist es für mich verständlich, dass ein Busfahrer, der keine spezielle pädagogische, psychologische sowie pyrotechnische Ausbildung genießen durfte, in den seltensten Fällen mit Begrüßungssekt und Böllerschüssen aufwartet.
Zurück zum Thema Balzar Open Centre! Ich wollte mich vor Ort mit Joe treffen, was dann nicht geklappt hatte, da ich dank Kommunikationsproblemen im Marsa Open Centre gelandet bin. Dort sind in Hafennähe an die 600 vorwiegend afrikanische Männer untergebracht. Es stinkt aufgrund des angrenzenden Abwasserkanals nach verdorbenen Eiern. Ein paar Leute trinken und tanzen in der Kneipe. Ich stehe am Rand und bin trotzdem im Mittelpunkt. Ich bin Fremder unter Fremden.
Karl Valentin zum Thema Fremdsein!
Den Rest der Woche habe ich ruhig und etwas zurückgezogen verbracht. Heute Morgen war ich in der St. Johns Co-Cathedral beim Gottesdienst mit 8 oder 9 Geistlichen und 7 Ministranten. Heute Abend geht’s noch im Rahmen des Malta Film Festivals in den Kinofilm City of Men.
Und ab morgen werden wieder Nägel mit Köpfen gemacht.
Liebe Grüße,
Tobias







